SONSTIGE ERKRANKUNGEN                 beim Border Collie

Color dilution Alopecia (CDA)

 CDA auch Farbmutantenalopezie, Blue-Dobermann Syndrome oder Black Hair Follicular Dyslasia (BHFD) genannt, ist eine Erbkankheit, die bei Hunden mit verdünnter Farbe (blau / lilac) auftreten kann. Bei schwarz-weissen Border Collies wird Melanin gleichmässig in feinen Pigmenten an die haarbildenden Zellen abgegeben. Bei blau-weissen Border Collies entstehen jedoch Melaninverklumpungen, deshalb hat das Fell die hellere Farbe blau.

Bei Hunden mit der Erbkranheit CDA werden die Melaninverklumpungen so groß, dass das Haar instabil wird und abbricht. Dies führt zu zunehmendem Haarverlust, meist zunächst an Ohren und Hinterläufen, später auch an den Flanken. Betroffene Hunde haben eine schlechte Fellqualität, das Haar ist trocken, brüchig und fühlt sich strohig an. In besonders schweren Fällen kann es auch zu Hautentzündungen kommen, die tierärztlich behandelt werden müssen. Es handelt sich also keinesfalls nur um einen Schönheitsfehler, sondern um eine ernstzunehmende Krankheit. CDA tritt keineswegs immer bei aufgehellten Hunden auf, jedoch nur bei diesen. Derzeit liegt noch kein Gentest vor und es ist sehr zweifelhaft, ob dieser jemals entwickelt werden kann. Lange Zeit wurde vermutet, dass CDA vermehrt bei Welpen aus der Verpaarung von zwei aufgehellten Hunden auftritt - dies konnte jedoch nicht bestätigt werden. Neben dem Vorliegen des Farbverdünnungsgen wird daher vermutet, dass noch weitere genetische Faktoren für die Vererbung dieser Krankheit verantwortlich sind.

 

Border Collie Collapse (BCC)

beschreibt eine genetisch bedingte, neuromuskuläre Erkrankung. Betroffene Hunde zeigen schon nach kurzer (5 - 15 min.) körperlicher oder geistiger Anstrengung/Streß eine Muskelschwäche und kollabieren. Die Anzeichen sind schaukelnder, taumelnder Gang, Versteifung der Hinterläufe die sich teilweise auch auf die Vorderläufe ausbreitet. Es gibt noch keinen Gentest für Border Collies, der Erbgang wird autosomal-rezessiv beschrieben. BCC kommt vereinzelt vor. Betroffene Tiere und deren direkte Verwandtschaft sollten nicht in der Zucht eingesetzt werden.

 

Epilepsie

ist wohl der Alptraum eines jeden Hundebesitzers und Züchters.

Es wird zwischen sekundärer Epilepsie (erworben durch äußere Umstände) und primärer (ideopathischer) Epilepsie, bei der keine äußeren Umstände erkennbar sind.

Nur durch ein großrahmiges Untersuchungsverfahren kann sekundäre Epilepsie ausgeschlossen werde, die Kosten hierfür können imens hoch sein. Betroffene Tiere sollten nicht zur Zucht genutzt werden, enge Verwandte nur bedingt und mit viel Wissen über die genetische Prädisposition für Epilepsie in den Zuchtlinien.

Aufgrund der Schwierigkeit zu erkennen ob es sich um eine sekundäre oder ideopathische Epilepsie handelt, ist es auch für die Forschung sehr schwer einen Gentest zu entwickeln - demzufolge gibt es keinen Gentest (die Forschung arbeitet weiter).

Den Züchtern bleibt nur das Erforschen der Linien auf Vorkommen von Epilepsie - letzten Endes kann man einen erkrankten Nachkommen jedoch nie ausschließen.

 

Hodenfehler (Kryptorchismus)

Es kann vorkommen das bei Rüden ein- oder beide Hoden - nicht in den Hodensack absteigt sondern im Leistenkanal oder im Bauchraum verbleibt. Diese "nicht abgestiegenen" Hoden sollten entfernt werden da sie zur Tumorbildung neigen.

Betroffene Rüden sind von der Zucht ausgeschlossen, aber auch Hündinnen können das Gen für die Vererbung von Kryptorschismus tragen (da Hündinnen keine Hoden haben kann man phänotypisch den Kryptorschismus nicht erkennen).

Es liegt derzeit noch kein Gentest vor!

 

Wolfskrallen

Jeder Hund hat am Vorderlauf eine fünfte Kralle, sie fällt in der Regel überhaupt nicht auf. Anders sieht es mit der Wolfskralle an den Hinterläufen aus, sie hat noch lange nicht jeder Hund. Doch gehäuft trifft sie bei Hütehunden auf, wozu auch der Border Collie zählt.

Die Wolfskralle bereitet an den Hinterläufen immer mal Probleme, da Hunde gerne mit diesen irgendwo hängenbleiben und es tief eingerissene Wunden gibt, die heftig bluten. Da die Wolftskralle am Hinterlauf an der Innenseite wächst, verletzen sich manche Border Collies immer wieder beim Laufen, da sich die Wolfskrallen des linken und des rechten Hinterlaufs miteinander verhaken. Um dem Schmerz zu entgehen, entwickelt der Border Collie eine Schonhaltung und läuft mit gespreizten Beinen. Diese Laufhaltung wirkt sich negativ auf die Knochenstellung aus - Arthrose kann entstehen. In solch einem Fall sollte die Wolfskralle entfernt werden.

Wolfskrallen vererben sich autosomal rezessiv - "my dog dna" bietet einen Gentest für Border Collies!